Black Friday: Konsumfallen mit Kindern erkennen & umgehen

Bei Konsum-Ausnahmezuständen wie dem Black Friday droht den Grundpfeilern der eigenen Finanzerziehung oftmals der Kollaps. Inmitten des Wettbewerbs um die krassesten Spar-Steigerungsformen (Mega-, Hyper- und Megahyper-Rabatte) können sich Kinder, ebenso wie Erwachsene, schnell im Labyrinth der unzähligen Black-Friday-Deals verirren und die Orientierung verlieren.

Auf der Strecke bleibt bei dieser Inflation an vermeintlichen Superdeals und Mega-Schnäppchen neben dem kühlen Kopf meist auch das Abwägen: Jetzt unbedingt kaufen, weil man sonst den vermeintlich besten Deal verpassen könnte oder doch lieber aufschieben, weiter sparen und das gesparte Geld später bewusster ausgeben – ganz ohne Druck und gezielt?

Wenig erstaunliche Studienergebnisse

Der gesteigerte Konsum an Black Friday wird nicht nur von angeblich satten Rabatten forciert, sondern meist auch von Studien antizipiert. So auch dieses Jahr.

Der Zahlungslösungsanbieter Klarna beispielsweise hat eine entsprechende Umfrage aufgelegt. Die (fast schon zu erwartenden) Ergebnisse:

  • über ein Drittel (respektive 36%) der Befragten will sich am diesjährigen Black Friday dem Konsum hingeben.
  • im Schnitt werden Ausgaben in Höhe von 219 Euro für die Black-Friday-Schnäppchen eingeplant.
  • Eher online als stationär einkaufen: das gilt am Black Friday 2020 für 37% der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer.
  • Für 44% Prozent soll der Tag der Super-Mega-Schnäppchen dazu dienen, sich mit Weihnachtsgeschenken einzudecken.

Ein spezielles Augenmerk auf die Beziehung, die zwischen Eltern und Kindern einerseits und dem Konsum am Black Friday andererseits besteht, wirft hingegen die Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey.

Den Ergebnissen zufolge plant fast ein Viertel der Haushalte, in denen Kinder wohnen, sich vom Black Friday bzw. vom darauf folgenden Cyber Monday in Sachen Weihnachtsgeschenke inspirieren zu lassen. Das sind mehr als doppelt so viele Haushalte verglichen zu denen ohne Kinder (nämlich 11%).

Black Friday Umfrage

Andererseits nimmt weit über die Hälfte der Hausstände mit Kindern weder Black Friday noch Cyber Monday zum Anlass, den Geschenkbestand unterm Weihnachtsbaum aufzufüllen.

Die Sache mit den Mondpreisen

Wenn Händler zu Anlässen wie eben dem Black Friday großzügig den Rotstift ansetzen und Verkaufspreise rigoros senken, sollte man als Konsumentin und Konsument dennoch nicht gleich vor lauter Dankbarkeit die Brieftasche zücken, um sich das vermeintlich einmalige Schnäppchen nicht durch die Lappen gehen zu lassen.

Nicht selten nämlich setzt der Handel eine unverbindliche Preisempfehlung (UVP) extra hoch an, um diese dann gleich anschließend drastisch und vermeintlich ganz ohne Rücksicht auf eigene Verluste herunter zu streichen – in der Regel auf den Normalpreis. Warum hier von Mondscheinpreisen gesprochen wird, können wir an dieser Stelle nicht beantworten. Vielleicht weil sie astronomisch hoch liegen oder auch, weil die angeblich großzügigen Rabatte einen ebenso täuschen können wie manche Mann-im-Mond-Erscheinung.

Kinder als Kundengruppe am Black Friday

Kinder stehen als attraktive Kundengruppe im Fokus des Handels. Sie werden mit speziellen Angeboten adressiert und mach Händler hat sogar spezielle Kids Deals, denen viele Kleine kaum wiederstehen können. Das gilt nicht nur am Black Friday selbst, sondern mitunter auch schon eine ganze Woche davor.

Für Eltern stellt sich bei dieser Schnäppchen-Schnitzeljagd nicht selten die Frage, wie viel Deal wirklich in den jeweiligen Deals und wie viele Ersparnis tatsächlich in einzelnen Rabatten steckt. Nicht jeder Preisnachlass verdient schließlich seine Namen und auch wenn der Mondbär ein toller Typ ist, gilt das nicht gleichzeitig auch für Mondpreise.

Wie also können sich Eltern gemeinsam mit Kindern einen Weg durch das Dickicht der Black-Friday-Deals ebnen, um sich zusammen für ein Angebot, fürs Sparen oder möglicherweise für beides gleichzeitig entscheiden zu können?

Klarer Konsumkurs auch bei vermeintlichen Verlockungen

Natürlich können Kinder wenig mit komplexen Begriffen wie Konsumfalle oder Preisvergleichsportal anfangen – und das müssen sie auch nicht.

Viel wichtiger ist, dass Eltern gemeinsam mit Kindern zunächst einmal den Kaufimpuls aufnehmen und in eine kurze Auszeit schicken. Denn dieser Raum ist notwendig, um besprechen und verstehen zu können, warum Kinder genau jetzt ein bestimmtes Spielzeug, Game, Buch, etc. haben wollen.

1. Alternativen zum Kaufen aufzeigen

Auch am Black Friday sollte zunächst eine Art Inventur gemacht werden: Welche Spielzeuge hat das Kind bereits? Hat eventuell ein Freund oder eine Freundin Ihres Kindes das ersehnte Spielzeug, braucht dieses nicht mehr und möchte es gegen ein anderes tauschen? Lassen sich vielleicht andere, ältere Spielzeuge „pimpen“, sodass sie einen ganz anderen, neuen Reiz erhalten? Wenn sich Ihr Kind gegen das Kaufen eines neuen Spielzeugs entscheidet, sollten Sie ihm in jedem Fall erklären, wie viel es durch den Verzicht gespart und was es dadurch letztlich auch gewonnen hat, also beispielsweise einen spannenden Spiele-Tausch-Nachmittag mit Freunden, eine Entdeckungsreise in die eigene Spielzeugkiste oder durch die „Kostenlos-abzugeben“-Inserate oder eine Bastelstunde mit Mama und Papa.

2. Preise vergleichen – ganz in Ruhe

Hat sich Ihr Kind ein bestimmtes Sparziel gesetzt und taucht dieses nun als Black-Friday-Deal auf, spricht grundsätzlich natürlich nichts dagegen, sich ein solches Schnäppchen zu sichern. Dennoch lohnen sich davor immer ein genauerer Blick darauf und natürlich das Vergleichen. Nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind ausreichend Zeit dafür. Führen Sie zusammen mit ihrem Kind Buch über die unterschiedlichen Preise. Notieren Sie (oder lassen Sie Ihr Kind malen), wo Sie was und wann zu welchem Preis gefunden haben. Natürlich können Sie auch ein spannendes Entdecker-Video drehen.

Das alles kann bei einem gemeinsamen Ausflug in unterschiedliche Geschäfte geschehen ebenso wie auch online. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind involvieren. Lassen Sie es an der Suche, am Vergleichen wie auch an der Entscheidung teilhaben. Lassen Sie sich zudem nicht von Deal-Countdowns und Lagerbeständen, die scheinbar in Echtzeit abnehmen, unter Druck setzen. Denn überlegte Entscheidungen und Panikkäufe passen auch am Black Friday nicht zusammen.

3. Die Empfehlungsalgorithmen

Natürlich können die „Das-haben-andere-Kunden-gekauft“-Empfehlungen in Online-Shops hilfreich sein. Schließlich sind sie das Ergebnis von Algorithmen, die Ihr Such- und Kaufverhalten praktisch in Produkte übersetzen. Wenn Sie aber gemeinsam mit Ihrem Kind gezielt nach einer speziellen Sache suchen, können diese Empfehlungen nicht nur vom eigentlichen Wunsch ablenken, sondern neue diffusere Wünsche erwecken. Kommt dazu dann noch der spezielle Black-Friday-Touch, wird es mit jedem Klick gefühlt schwieriger, sich auf das eigentlich Gesuchte zu konzentrieren.

Achten Sie, wenn möglich, also darauf, dass die Konzentration Ihres Kindes sich auf das gewünschte Spielzeug richtet. Scrollen oder wischen Sie eventuell mit Bedacht und nicht zu weit nach unten auf den entsprechenden Seiten.

Bleiben Sie zudem auch skeptisch und konsequent, wenn es um sogenannte Bundles geht, also um Käufe mehrerer Artikel in einer Art Vorteilspreis-Paket. Mit Blick auf die Einzelpreise sparen Sie sicher einiges, nur brauchen Sie und Ihr Kind die anderen Bestanteile des Pakets auch wirklich und gerade jetzt?

4. Das eigene Konsumverhalten als Vorbild

Unabhängig von vermeintlichen Black-Friday-Superdeals sind und bleiben Sie als Eltern das wichtigste Konsumvorbild für Ihre Kinder. Ihr Kaufverhalten und Ihre Einstellung zu überlegtem oder impulsiven Konsum sind praktisch die Leitschnur für das Konsumverhalten Ihrer Kinder. Daher ist es immer wichtig, dass Sie sich als Eltern selbst überprüfen: Was lebe ich meinem Kind in Sachen Konsum vor? Halte ich mich selbst zurück oder fällt es mir schwer, den Schnäppchen-Verlockungen zu widerstehen? Wie kritisch gehe ich mit Angeboten um?

Wie sehr üben „Jetzt-schnell-Angebot-sichern“-Banner und andere Szenarien knapper Lagerbestände Druck auf Ihre Kaufentscheidung aus und was würde passieren, wenn Sie dieser Versuchung einfach widerstehen und darauf vertrauen, dass irgendwann bald wieder ein ebenso gutes, wenn nicht gar besseres Angebot kommt?

Mit Finny wird Finanzerziehung greifbar

Natürlich üben Werbeverlockungen eine große Anziehungskraft auf Kinder aus. Das gilt vor allem deshalb, weil ihr Konsumverhalten noch nicht stark genug von kritischem Hinterfragen gesteuert wird. Umso wichtiger, dass eine kindgerechte Finanzerziehung die Ausbildung dieser wichtigen Konsumkritik unterstützt – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

Die Finny Kids App als erste als Mobile Banking App für Kinder von 7 – 12 Jahren, leistet genau dieses und dazu noch vieles mehr. Spannendes Wissen rund um das Thema Geld verbindet sich hier mit selbst gesteckten und visualisierten Sparzielen. Damit diese erreicht werden, haben Eltern wie Kinder jederzeit den Konto- und Spardosenstand auf dem Schirm bzw. in der App. Und natürlich können gerade Eltern oder auch Oma und Opa diesen gerne erhöhen, beispielsweise als Belohnung für die Mithilfe im Haushalt, zum Geburtstag, etc.

Kinder werden mit der Finny Kids App dabei unterstützt, den Wert des Geldes nach und nach besser zu verstehen und einzuordnen. Das gilt für das Sparen auf konkrete Ziele ebenso wie für den Aufschub von Konsum und das bewusste Ausgeben des Taschengelds.

Leider hat unsere Finny Kids App keine Superkraft, mithilfe derer Ihre Kinder jedem Black-Friday-Angebot widerstehen können. Dennoch können sie in spannenden Abenteuern Level für Level lernen, wie sie durch Finanzwissen zu wirklichen Geldhelden werden – in der Finny Kids App und im Alltag.

Finny Apps jetzt installieren