Geld und Gruppendruck

Eigentlich, so sollte man zumindest meinen, passen Geld, Druck und Prägung doch wunderbar zusammen. Schließlich werden Scheine und Münze ja genau mithilfe dieser Verfahren hergestellt.

Problematisch wird es bei diesem „Dreiklang“ erst, wenn Druck und Prägung nicht durch Maschinen, sondern durch andere Menschen und Medien ausgeübt werden. Speziell Kinder sind dem Druck einer Gruppe, also meistens ihres Freundeskreises, noch recht ungeschützt ausgesetzt. Was können wir Eltern tun, um unsere Kinder dabei zu unterstützen, Gruppendruck selbstbewusst zu begegnen?

Gruppendruck kennt kein Alter

Wir kennen es aus unserem Erwachsenenleben nur allzu gut: Immer gibt es welche, die mehr Geld haben, teurere Klamotten tragen, sich größere Häuser und Autos und exotischere Urlaube leisten können. Sofern wir diese Menschen aus der Ferne betrachten, können sich Anflüge von Neid auch schneller verflüchtigen. Sobald sie jedoch zu unserem Freundes- oder Kollegenkreis gehören, sind auch wir plötzlich und mitunter unverhofft einem Gruppendruck ausgesetzt: Sagen wir die Verabredung im teuren Restaurant ab? Halten wir uns bedeckt, wenn sich die Frage stellt, wer heute bezahlt?

Kindern kann es ebenso ergehen. Wenn nämlich plötzlich fast alle aus dem Freundeskreis dieselben teuren Schuhe tragen oder das neueste Smartphone präsentieren, kann der Druck, selbst auch diese Dinge zu besitzen, groß werden. Schließlich stellen solche Besitztümer auch eine Art Identifikation mit der Gruppe dar, ihr Besitz ist eine Art Symbol der Gruppenzugehörigkeit.

„Geldung“ verschaffen

Der Wunsch nach Anerkennung durch den Freundeskreis ist zweifelsohne einer der stärksten Treiber von Gruppendruck. Anbei ein paar Ideen, wie Du Deinem Kind dabei helfen kannst, diesen Druck zu mindern:

  • Wenn dein Kind sich ausgegrenzt fühlt, weil es diese Dinge eben nicht besitzt, dann sprich mit ihr/ihm darüber, was die Gruppe sonst noch gemeinsam hat, also vielleicht eine Serie, die alle schauen oder einen Sport, den viele machen oder auch eine Eisdiele, die alle gerne besuchen. So wird der Fokus weg vom Besitzen und hin zum gemeinsamen Erleben gerückt.
  • Wenn sich alle im Freundeskreis deines Kindes zum Geburtstag teure Geschenke geben, dann ermutige dein Kind dazu, etwas selbst zu erfinden, einen Event auszudenken oder etwas sehr Persönliches zu schenken, was nicht unbedingt teuer, dafür aber wertvoll, weil einzigartig ist. Wer weiß, vielleicht setzt sich dieser Trend irgendwann in der Gruppe durch.
  • Influencer sind in erster Linie Geschäftsleute. Sollte es also im Freundeskreis deines Kindes zum „guten Ton“ gehören, sich immer die neuesten und teuren Sachen zu kaufen, die TikTok-, Instagram- oder YouTube-Stars über ihre Channels oder Accounts präsentieren, dann sprich mit deinem Kind offen darüber, ob ihm diese Sachen denn überhaupt gefallen und ob es dafür wirklich eine Verwendung hat bzw. ob es nicht sinnvoller ist, genau das Geld zu sparen und sich später etwas davon zu kaufen, was man sich wirklich wünscht.
  • Vor dem Ausflug mit dem Freundeskreis ins Kino oder in den Freizeitpark kannst du mit deinem Kind besprechen, ob es eventuell sinnvoll ist, dass in der Gruppe gemeinsam jeder weiß, wie viel jeder maximal ausgeben kann. So wissen alle Bescheid und niemand kommt in die Verlegenheit, sich Geld leihen oder den Ausflug aus Scham absagen zu müssen.
  • Geld leihen und Schulden machen sollten in Sachen Gruppendynamik auch nicht tabuisiert werden. Mache deinem Kind klar, dass du den Gruppendruck selbst kennst und verstehst, geliehenes Geld andererseits aber Schulden sind. Und gerade Schulden unter Freunden können Freundschaften zum Schlechten hin verändern.

Finanzenbildung ist Selbstbewusstseinsbildung

Natürlich fallen Verzichten und Konsumaufschub schwer, gerade dann, wenn dein Kind den Eindruck hat, dass es mit dem Kauf dieser oder jener Sachen zu mehr Ansehen in seinem Freundeskreis kommt.

Umso wichtiger ist es, dein Kind mit Finanzwissen zu versorgen, damit es sich nach und nach selbst erarbeiten kann, dass Konsum nicht immer klug und strategisches Sparen in jedem Fall etwas für schlaue Finanzfüchse ist.

Die Finny Kids App als erste Mobile Banking App für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren, unterstützt dich genau dabei: Durch Gamification von Geldwissen lernen Kinder spielerisch, was Geld wert ist. Sie können sich ein individuelles Sparziel vornehmen, es mit eigenen Bildern visualisieren und es mit Freunden und Verwandten teilen.

Auch so verstehen Kinder, dass Gruppendruck nicht gleich Gruppendruck ist. Wenn nämlich Oma und Opa neben Mama und Papa mitfiebern, wann das eigene Sparziel erreicht ist oder wie sich das Kind bei den regelmäßigen Challenges so schlägt, welche Auszeichnungen und Belohnungen es dafür erhält und wie sich sein Taschengeldkonto digital und fassbar füllt, wird die positive Energie im Gruppendruck spürbar.