Preisevergleiche als Teil der Finanzerziehung?

Für uns Erwachsene sind Preisvergleichs-Apps- oder Websiten schon längst ein unverzichtbarer Kompass für unser Konsumverhalten geworden. Doch, wie können wir unseren Kinder erklären, warum es sich lohnt Preise zu vergleichen? Welche kindgerechten Vergleichsmöglichkeiten können wir anführen, um Preisvergleiche mit unseren Kindern zu üben und damit auch gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Finanzerziehung zu leisten?

Wie bei vielen sehr komplexen Dingen kann es auch bei Preisvergleichen hilfreich sein, bei den einfachen und naheliegenden Sachen zu beginnen.

Daheim versus draußen

Nehmen wir beispielsweise Eiscreme, Pizza oder Pommes. Hier können wir unsere Kinder beim nächsten Besuch in der Eisdiele, in der Pizzeria oder am Pommes-Stand für den Preis sensibilisieren, den wir dafür zahlen. Wenn wir uns dann das nächste Mal Eis, Pizza oder Pommes aus dem Supermarkt holen, können wir zusammen mit unseren Kindern vergleichen was uns das im Vergleich zum Eis, zur Pizza oder zu den Pommes gekostet hat, die wir außer Haus gegessen haben.

Schnell wird klar, dass wir für relativ vergleichbare Snacks und Leckereien draußen mehr gezahlt haben als zu Hause. Natürlich kann es eine Tiefkühlpizza geschmacklich kaum mit einer Pizza frisch aus dem Steinofen aufnehmen, genauso wenig wie ein konfektioniertes Eis mit einem frischen „Gelato“ im Becher oder in der Waffel. Und das ist doch schon mal ein hilfreicher Ansatz:

  • Mühe und Monetäres: Erklären wir unseren Kindern, dass es natürlich mehr Geld, weil mehr Zeit und Aufwand kostet ein Eis, eine Pizza oder einen Burger ganz nach unseren Wünschen und nur für uns zu machen, während ja die Tiefkühlpizza mit Tunfisch praktisch für viele Leute auf die gleiche Weise gemacht wird.
  • Ambiente ist alles: Schöne Tische und Stühle, bunte Teller, Schürzen und Tischdecken – da macht das Schlecken und Schlürfen von Eis und Getränken natürlich noch mehr Spaß. Andererseits müssen Restaurants und Co. dafür ja auch bezahlen, ebenso wie für das nette Personal. Dass es also hier etwas mehr kostet als zu Hause, ist ja fast schon sonnenklar.

Was wofür bezahlen?

Etwas komplizierter werden Preisvergleiche, wenn wir uns etwas von der Essenstafel entfernen und uns in Richtung Spielzeug bewegen. Hier kann es helfen, dass wir unsere Kinder sich mit ihrem eigenen Taschengeld für ein Spielzeug entscheiden lassen, bei einer festgelegten Obergrenze von beispielsweise 3 bis 5 Euro.

Allein die Tatsache, dass es sich um das eigene Taschengeld handelt und dass nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht, wird das Kind schon wählerischer werden lassen. Genau hier können wir dann „einspringen“ und unserem Kind dabei helfen, bestimmte Preisvergleichskriterien selbst zu entdecken:

  • Welches Spielzeug gefällt besser und warum?
  • Was kosten größere Spielzeuge verglichen zu kleineren?
  • Brauchen wir wirklich noch ein Auto oder wäre ein Schiff, das vergleichbar viel kostet, eventuell sogar besser?
  • Muss es wirklich Marke X sein, die alle im Freundeskreis haben oder wollen wir mal eine neue Marke günstigere ausprobieren und damit alle anderen Kinder neugierig machen?

Gerade bei Spielzeug sind die Vergleichsmöglichkeiten eher emotionaler Art und daher auch schwieriger in objektive Kategorien zu packen. Und „Du hast doch schon zehn davon“ ist in diesem Fall auch schnell und meist mit „Ich will aber!“ entkräftet.

Insofern sollten wir nicht allzu viele, aber dennoch genügend Aspekte auswählen, die wir beim Preisvergleich mit unseren Kindern betrachten. Welches der beiden Autos mit Fernbedienung hat die besseren Reifen und kann damit auch draußen fahren? Wenn das mit den besseren Reifen mehr kostet: Ist es das wert, wenn es gerade Herbst ist und die Tage schneller dunkel und kälter werden? Ist es eventuell besser, sich heute für das günstigere Auto zu entscheiden, das Outdoor-Gefährt als Taschengeld-Sparziel für das kommende Frühjahr festzuhalten und das jetzt gesparte Geld gleich dafür einzusetzen?

Schaffen wir es wirklich, ein 1000-Teile-Puzzle zusammenzusetzen oder nehmen wir lieber eines mit 100 Teilen, auch wenn beide denselben Preis haben? Schließlich könnten wir uns bei dem Puzzle mit weniger Teilen bald schon darauf freuen, es gemeinsam und zusammengesetzt betrachten zu können.

Preisdetektive

Um etwas Spannung ins anstrengende Vergleichen von Preisen zu bringen, lassen wir unsere Kinder doch einfach mal Preisdetektive in geheimer Mission sein. Wir können sie Im Supermarkt auf „Preisvergleichsmission“ schicken und sie beispielsweise die unterschiedlichen Preise von Fruchtjoghurts aufschreiben lassen. Dann gehen wir gemeinsam mit ihnen dort hin und schauen uns genauer an, was sie verglichen haben. Denn auch bei derselben Sorte gibt es ja bekanntlich große Preisunterschiede, die ihrerseits aus verschiedenen Gründen bestehen, also etwa die Größe des Joghurtbechers oder auch die Marke.

Wichtig ist es zu vermitteln, dass es viele Faktoren gibt, die einen Preisunterschied ausmachen können. Unsere Kinder müssen nicht alle davon gleich verstehen, aber wir können sie so dafür Schritt für Schritt sensibilisieren.

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Das Aufstellen individueller Sparziele und die Möglichkeit, den Taschengeldstand jederzeit digital und analog zu prüfen und mit Extra-Aufgaben aufzufüllen, stärkt das Bewusstsein für den Wert des Geldes. Damit letztlich fallen auch Preisvergleiche irgendwann leichter, lernen Kinder dadurch doch Tag für Tag, wie lange es dauert, eine gewisse Summe anzusparen und wie sehr es sich auch gerade deshalb, Preise und das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.